Europäische Seestrategie: Die EU verstärkt ihre Bemühungen, ihre Schiffbauindustrie angesichts des globalen Wettbewerbs zu retten.

Am Mittwoch präsentierte die Europäische Kommission ihre neue maritime Industriestrategie – einen ambitionierten Plan zur Wiederherstellung der europäischen Führungsrolle im Schiffbau und zur Sicherung der strategischen Souveränität angesichts der chinesischen und amerikanischen Dominanz. Diese von Branchenvertretern begrüßte Ankündigung markiert einen Wendepunkt nach jahrelangen Warnungen vor dem Niedergang des Sektors.

Zum Erinnern

  • Europäische Präferenz Das öffentliche Beschaffungswesen sollte europäischen Akteuren zugutekommen und die Handelsschutzpolitik stärken.
  • von 2 bis 2,5 Milliarden Euro Europäische Fördermittel bis 2027 für Dekarbonisierung, Innovation und Modernisierung von Baustellen.
  • Integration in das Gesetz zur Förderung der industriellen Beschleunigung Verfahren vereinfachen, um die Modernisierung von Produktionsstandorten zu beschleunigen.
  • Europäische Allianz : Schaffung einer von der Industrie und den Mitgliedstaaten geführten Allianz entlang der maritimen Wertschöpfungskette.
  • Ziel 2035 Die EU strebt 10.000 nachhaltige und digitalisierte Schiffe an, wobei der Marinesektor als strategisch wichtig für die Verteidigung und die blaue Wirtschaft anerkannt wird.

Kontext: ein gefährdeter Sektor

Die europäische Schiffbauindustrie, die einen Umsatz von 128 Milliarden Euro und 1,1 Millionen Arbeitsplätze sichert, ist durch unfairen Wettbewerb asiatischer Werften bedroht, die von massiven Subventionen profitieren. Angesichts dieses Drucks haben führende Vertreter der europäischen Industrie 22 Empfehlungen für 2025 formuliert, um den Sektor zu revitalisieren. Die Kommission hat 16 davon in ihre Strategie aufgenommen und damit die strategische Bedeutung des Sektors für Europas Sicherheit, Resilienz und ökologischen Wandel anerkannt.

Wichtige Persönlichkeiten der europäischen Schiffbauindustrie

IndikatorWert (2026)
Einkommen128 Milliarden Euro
Direkte Jobs1,1 Millionen
Investitionen in Forschung und Entwicklung9 % des Umsatzes
Weltweiter MarktanteilIm Niedergang
EU-Förderung 2024-2027von 2 bis 2,5 Milliarden Euro

Wichtigste Maßnahmen der Strategie

1. Europäische Präferenzen und öffentliches Beschaffungswesen

  • Bei der öffentlichen Auftragsvergabe (die 15 % des BIP der EU ausmacht) sollten Produkte aus europäischer Produktion bevorzugt werden, insbesondere in strategischen Sektoren wie Schiffbau, Offshore-Windenergie und Kernenergie.
  • Die handelspolitischen Schutzmaßnahmen müssen gestärkt werden, um Wettbewerbsverzerrungen entgegenzuwirken.

2. Finanzierung und Dekarbonisierung

  • Bis 2027 sollen über europäische Fonds 2 bis 2,5 Milliarden Euro für die Modernisierung von Flotten und Werften mobilisiert werden.
  • Anreize zur Zuweisung von Einnahmen aus dem maritimen Emissionshandelssystem (ETS) an den Sektor.
  • Förderung von Innovationen: Entwicklung alternativer Kraftstoffe, ziviler maritimer Kernenergie und Navigationstechnologien.

3. Vereinfachung der Verwaltung

  • Die Einbindung des Sektors in den Industrial Accelerator Act soll die Genehmigungsverfahren für Standortmodernisierungen beschleunigen und die Markteinführungszeit verkürzen.

4. Integrierte Vision: zivil und militärisch

  • Anerkennung der Komplementarität zwischen der zivilen Flotte (Fähren, Passagierschiffe, Spezialschiffe) und der europäischen Seemacht.
  • Ziel: 10.000 nachhaltige und digitalisierte Schiffe bis 2035, um die Widerstandsfähigkeit und strategische Autonomie zu stärken.

5. Europäischer Haushalt 2028–2034

  • Der nächste mehrjährige Finanzrahmen (2 Billionen Euro) wird spezifische Mittelzuweisungen für maritime Aktivitäten enthalten, wobei Küstenregionen und KMU besondere Beachtung finden werden.

Reaktionen und Probleme

Philippe Misoffe, Generaldelegierter von GICAN : „Diese Strategie stellt einen historischen Fortschritt dar. GICAN wird sicherstellen, dass die angekündigten Fördermittel tatsächlich den europäischen Betreibern zugutekommen und dass die europäische Bevorzugung zu spürbarem Wachstum führt.“

Christophe Tytgat, Generalsekretär von SEA Europe : „Ohne eine gut durchdachte Industriepolitik riskiert Europa, seine Führungsrolle endgültig an Asien zu verlieren. Jetzt müssen wir von Worten zu Taten übergehen.“

Nächste Schritte

  • 2026-2027 Umsetzung der Anschubfinanzierung und Gründung der Europäischen Allianz für maritime Wertschöpfungsketten.
  • 2028–2034 Integration der Maßnahmen in den europäischen Haushalt und Bewertung erster Ergebnisse.

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