Die Bilgenpumpe ist das Sicherheitsinstrument, das wir dazu neigen zu vergessen. Und tatsächlich ist es ihr Ziel, in Vergessenheit zu geraten. Doch gerade weil wir sie vergessen, gehen wir Risiken ein. Ich schlage vor, dass wir uns hier die verschiedenen Arten von Bilgenpumpen, die Vorschriften und eine Liste der bekanntesten und anerkanntesten Modelle noch einmal ansehen.
Wenn ich sage, dass eine Bilgenpumpe in Vergessenheit geraten kann, dann weiß ich, wovon ich rede. Vor 25 Jahren segelte ich vor meinem Vater auf unserem Kelt 7.60. Wir hatten ein Leck im Schwertkasten. Als wir versuchten, die Bilgenpumpe in Betrieb zu nehmen… nichts. Keine Reaktion. Das Wasser stieg, und wir hatten nicht einmal eine manuelle Bilgenpumpe, nur eine Handpumpe, die unzureichend war. Zum Glück waren wir in der Bucht von Quiberon und schafften es, sehr schnell Port Haliguen zu erreichen.
Kurz gesagt, die Bilgenpumpe wird bei der Ausrüstung eines Bootes oft vernachlässigt, ist aber in vielen Fällen ein vorgeschriebenes Sicherheitselement auf See. Ob manuell oder elektrisch, automatisch oder als Reserve – sie muss an den Bootstyp und das Fahrtengebiet angepasst sein, um Wassereinbrüche effektiv zu bewältigen.
Vorschriften: Was sagt das Gesetz über Bilgenpumpen?
In Frankreich werden die Lenzsysteme an Bord von Freizeitbooten durch die Vorschriften der Division 240 geregelt, die sich auf die Sicherheit auf See und die vorgeschriebene Ausrüstung beziehen. Artikel 240-2.15 legt die Verpflichtungen in diesem Bereich fest, abhängig von der Größe des Bootes und seinem Fahrtengebiet.
Die Verpflichtung zu einem Lenzsystem an Bord
Gemäß Artikel 240-2.15 muss jedes Freizeitboot mit einem manuellen Lenzsystem ausgestattet sein, das fest oder mobil sein kann. Die Wahl dieses Systems hängt insbesondere von der Bauart des Bootes und seinem Fahrtengebiet ab.
- Für Boote unter 6 Metern wird in der Regel eine manuelle Ausrüstung als ausreichend erachtet. Dies kann so einfach wie ein Schöpfgefäß oder eine manuelle Bilgenpumpe sein.
- Für Boote über 6 Meter schreibt die Verordnung die Installation einer festen Bilgenpumpe vor. Dieses automatische System muss durch ein manuelles Mittel ergänzt werden, um im Falle eines Ausfalls des Hauptsystems eine Entleerung zu gewährleisten.
Diese Vorschriften zielen darauf ab, die Sicherheit der Freizeitkapitäne zu gewährleisten, indem sie sicherstellen, dass die Crew in der Lage ist, unter allen Umständen Wasser aus dem Boot zu pumpen.
Die verschiedenen Arten von Bilgenpumpen
Manuelle Bilgenpumpen: Zuverlässigkeit und Autonomie

Unabhängig von jeder Energiequelle funktionieren manuelle Bilgenpumpen über einen Hebel. Sie sind:
- Unter allen Umständen zuverlässig
- Als Reserve für alle Bootstypen vorgeschrieben
- Günstig und einfach zu installieren
Ihre Förderleistung variiert je nach Modell, bleibt aber auf die körperliche Anstrengung des Bootsführers begrenzt. Dennoch sind sie bei einem Stromausfall unverzichtbar.
Elektrische Bilgenpumpen: Effizienz und Komfort

Elektrische Bilgenpumpen sind auf modernen Booten am häufigsten zu finden. Sie sind an den 12-V-Bordkreis angeschlossen und ermöglichen das schnelle Abpumpen großer Wassermengen.
- Manuelle Bedienung über einen Schalter
- Förderleistung von bis zu mehreren tausend Litern pro Stunde
- Müssen mit einer eigenen Sicherung und einer Kontrollschaltung installiert werden
Sie erfordern jedoch regelmäßige Wartung (Filter, Entlüftung) und sind bei Stromausfall nicht funktionsfähig.
Automatische Bilgenpumpen: Reaktivität und Sicherheit
Einige elektrische Modelle sind mit integrierten Wasserstandssensoren ausgestattet. Die Pumpe schaltet sich automatisch ein, sobald das Wasser einen bestimmten Pegel erreicht.

- Ideal für Boote, die vor Anker oder im Hafen liegen
- Reduziert das Risiko eines passiven Füllens der Bilge
- Erfordert eine zuverlässige Batterie oder ein Solarpaneel als Backup
Achtung: Diese Systeme müssen regelmäßig getestet werden, um ihre einwandfreie Funktion zu gewährleisten.
Welche Förderleistung für Ihre Bilgenpumpe?
Die Förderleistung einer Bilgenpumpe wird in Litern pro Stunde (L/h) oder Gallonen pro Stunde (GPH) angegeben. Um die richtige Pumpe auszuwählen, müssen folgende Faktoren berücksichtigt werden:
- Die Größe des Bootes: Je größer das Boot, desto größer das Bilgenvolumen
- Die Nutzung: Küstennah, Hochsee, Angeln, längeres Vor-Anker-Liegen…
- Die Förderhöhe: vertikale Entfernung zwischen Bilge und Auslass außerhalb des Bootes
| Bootstyp | Empfohlene Mindestförderleistung |
|---|---|
| Segelboot 6 bis 8 m | 2.000 – 3.000 L/h |
| Segelboot oder Boot 8 bis 10 m | 3.000 – 5.000 L/h |
| Motorboot 10–12 m | 5.000 – 8.000 L/h |
| Hochseefahrt | + 8.000 L/h + leistungsstarke manuelle Pumpe |
Einige Hersteller geben „theoretische“ Förderleistungen an, ohne Druckverluste (Schlauchlänge, Bögen, Höhe) zu berücksichtigen. Daher sollte ein Sicherheitszuschlag eingeplant werden.
Bewährte Praktiken an Bord
Doppelsystem: manuell und elektrisch
Auch wenn eine elektrische Pumpe installiert ist, bleibt eine manuelle Pumpe unverzichtbar. Bei einem Stromausfall, schwerer See oder einem Notfall ermöglicht nur ein manuelles System ein schnelles Abpumpen.
Immer nützliche Zubehörteile
Erfahrene Segler wissen: Man sollte sich nie nur auf eine elektrische Pumpe verlassen. An Bord wird dringend empfohlen – und ist sogar vorgeschrieben – immer folgende Dinge bereitzuhalten:
- Ein Schöpfgefäß: einfach und schnell
- Ein Eimer: zum manuellen Umschütten
- Ein Notfallstopfen: zum Abdichten eines Lecks oder Wassereinbruchs
Diese Zubehörteile, gut verstaut und zugänglich, retten oft die Situation in einem Notfall.
Die wichtigsten Marken und Modelle von Bilgenpumpen für Boote
Hier ist eine Auswahl an Marken, die von Freizeitkapitänen und Fachleuten der Branche anerkannt werden:
| Marke | Führende Modelle | Typ | Max. Förderleistung |
|---|---|---|---|
| Rule | Rule-Mate, 500GPH, 2000GPH | Automatisch elektrisch | Bis zu 7.500 L/h |
| Whale | Gusher Titan, Supersub, Orca | Manuell/Elektrisch | 2.000 – 8.000 L/h |
| Attwood | Sahara, Tsunami | Automatisch elektrisch | 2.500 – 4.000 L/h |
| Osculati | 12V Auto/Manuell | Einstiegsmodelle | 1.500 – 3.000 L/h |
| Seaflo | Seaflo 750/2000 | Elektrisch | Bis zu 7.500 L/h |
Für manuelle Pumpen bleibt Whale eine Referenz. Für automatische Pumpen bieten Rule und Seaflo ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Die Wahl einer Bilgenpumpe ist keine Kleinigkeit. Es ist eine Sicherheitsentscheidung, die auf objektiven Kriterien basieren muss: Art der Navigation, Bootgröße, erforderliche Förderleistung und Redundanz des Systems. Bei guter Wartung, regelmäßigen Tests und mit dem richtigen Zubehör (Schöpfgefäß, Eimer, Notfallstopfen) ist eine Bilgenpumpe ein unauffälliger, aber unverzichtbarer Begleiter für jeden Ausflug auf See.